{"id":5340,"date":"2021-04-13T14:06:11","date_gmt":"2021-04-13T12:06:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thrips-id.com\/de\/?page_id=5340"},"modified":"2024-02-02T18:31:41","modified_gmt":"2024-02-02T17:31:41","slug":"bonannis-beschreibung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.thrips-id.com\/de\/bonannis-beschreibung\/","title":{"rendered":"Bonanni: Micrographia curiosa"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<strong>Filippo\u00a0<\/strong><span style=\"color: #000000;\"><strong>Bonannis erste Beobachtung und Darstellung eines Fransenfl\u00fcglers (1691)<\/strong><\/span>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_raw_html]JTNDcCUyMGFsaWduJTNEJTIycmlnaHQlMjIlM0UlMEElM0NhJTIwaHJlZiUzRCUyMmphdmFzY3JpcHQlM0FoaXN0b3J5LmJhY2slMjglMjklMjIlMkZhJTNFJTBBJTIwJTIwJTIwJTIwJTNDaW1nJTIwc3JjJTNEJTIyJTJGZGUlMkZ3cC1jb250ZW50JTJGdXBsb2FkcyUyRnNpdGVzJTJGMiUyRjIwMTclMkYwMiUyRkJhY2tfcHJldmlvdXMuc3ZnJTIyJTBBJTIwJTIwJTIwJTIwJTIwJTIwJTIwb25tb3VzZW92ZXIlM0QlMjJ0aGlzLnNyYyUzRCUyNyUyRmRlJTJGd3AtY29udGVudCUyRnVwbG9hZHMlMkZzaXRlcyUyRjIlMkYyMDE3JTJGMDIlMkZCYWNrX3ByZXZpb3VzX2hvdmVyLnN2ZyUyNyUzQiUyMiUwQSUyMCUyMCUyMCUyMCUyMCUyMCUyMG9ubW91c2VvdXQlM0QlMjJ0aGlzLnNyYyUzRCUyNyUyRmRlJTJGd3AtY29udGVudCUyRnVwbG9hZHMlMkZzaXRlcyUyRjIlMkYyMDE3JTJGMDIlMkZCYWNrX3ByZXZpb3VzLnN2ZyUyNyUzQiUyMiUzRSUwQSUyMCUyMCUyMCUyMCUzQyUyRmltZyUzRSUyMCUwQSUzQyUyRmElM0UlM0MlMkZwJTNFJTBB[\/vc_raw_html][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_media_grid element_width=&#8220;2&#8243; item=&#8220;mediaGrid_ScaleInWithIcon&#8220; grid_id=&#8220;vc_gid:1706895098837-35a67a9624325949661ed307748193d3-1&#8243; include=&#8220;5367,5371,5357,5362,5365,3048&#8243;][vc_row_inner equal_height=&#8220;yes&#8220;][vc_column_inner][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][vc_row_inner equal_height=&#8220;yes&#8220;][vc_column_inner][vc_column_text]<\/p>\n<div>\n<p>Pater Filippo Bonanni oder auch Buonanni (7. Januar 1638 &#8211; 30. M\u00e4rz 1723) war ein italienischer Jesuiten-Gelehrter. In seinem Werk\u00a0\u00bb<i>Micrographia curiosa, siue\u00a0rerum minutarissimarum observationibus,\u00a0quae ope microscopij recognitae ad viuum exprimuntur<\/i>\u00ab (Beobachtungen kleinster Dinge, die mit dem Mikroskop erkannt werden), das 1691 publiziert wurde, beschreibt er zahlreiche mikroskopische Beobachtungen, u.a. viele Insekten, und stellt diese \u2013 durch die Gunst seiner ausgepr\u00e4gten Begabung als Kupferstecher \u2013 in Radierungen detailliert und \u00e4sthetisch dar.<\/div>\n<div>\n<p>In seinem Kapitel \u00fcber die Fliegen<span class=\"apple-converted-space\">\u00a0(<\/span><em>Musca<\/em>), beschreibt Bonanni Beobachtungen, die mit dem Anhaften der Beine dieser Insekten an glatten Gegenst\u00e4nden zusammenh\u00e4ngen. In seinen Ausf\u00fchrungen hierzu geht er auch auf winzige Tierchen ein, die er auf einer Witwenblume fand. Bonanni ordnete die kleinen, ihm unbekannten Insekten, den Fliegen zu. Tats\u00e4chlich aber handelte es sich eindeutig um Fransenfl\u00fcgler (vermutlich um eine Art aus der Gattung<span class=\"apple-converted-space\">\u00a0<\/span><em>Haplothrips<\/em>), wie sein Kupferstich belegt. Die morphologische Beschreibung ist kurz gehalten, beinhaltet aber die mit Fransen besetzten schmalen Fl\u00fcgel, die Bonanni f\u00fcr ungeeignet f\u00fcr den Flug darstellt. Wie oben genannt, war sein Fokus jedoch insbesondere auf die auff\u00e4lligen blasenartigen Haftorgane an den F\u00fc\u00dfen der Tiere gerichtet, die ihnen ja auch sp\u00e4ter, in Carl de Geers Beschreibung der Ordnung (1744) den Namen Physopoda (Blasenf\u00fc\u00dfe) einbringen sollten.<\/div>\n<div>\n<p>Im Folgenden findet sich eine \u00dcbersetzung aus dem urspr\u00fcnglich lateinischen Text des\u00a0Abschnitts, in dem der Fransenfl\u00fcgler beschrieben ist. (Als PDF-Datei stehen auch gr\u00f6\u00dfere Teile des Kapitels<span class=\"apple-converted-space\">\u00a0<\/span><em>Musca<\/em>\u00a0\u00fcbersetzt zum <a href=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2021\/04\/Bonanni-Musca.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Download<\/a> bereit. Dieser Text wird nach und nach weiter erg\u00e4nzt. F\u00fcr \u00dcbersetzungsfehler wird ausdr\u00fccklich keine Garantie \u00fcbernommen! Kritische Anmerkungen und Verbesserungsvorschl\u00e4ge sind willkommen.)<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][vc_separator css=&#8220;.vc_custom_1487858809524{margin-top: 0px !important;border-top-width: 0px !important;border-bottom-width: 5px !important;padding-top: 0px !important;padding-bottom: 0px !important;}&#8220;][vc_row_inner equal_height=&#8220;yes&#8220;][vc_column_inner][vc_column_text]<span style=\"color: #333333;\"><strong>IV. Musca \u2013 Die Fliege<\/strong><\/span><br \/>\n&#8230;<br \/>\n<span style=\"color: #333333;\">Fliegen heften Ihren K\u00f6rper also nicht blo\u00df mit den Krallen an, sondern dies Werk ist dar\u00fcber hinaus unterst\u00fctzt durch die Hilfe klebriger Feuchtigkeit, die aus den kleinen Kissen der F\u00fc\u00dfe, beim Zusammendr\u00fccken, gleichsam Schwei\u00df ausflie\u00dft und in den H\u00e4rchen der selben gehalten wird.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333333;\">Diese Beobachtung best\u00e4rkt in allem eine andere, die ich nun anf\u00fcge. Als ich <em>Cyanum Turcicum<\/em> [Anmerkung:\u00a0<i>Witwenblume <\/i>(<i>Knautia <\/i>sp.)] beobachtete, im Volksmund <em>Fior d&#8217;ambretta<\/em>\u00a0genannt, wegen ihrem entz\u00fcckenden Geruch, welcher duftet; bemerkte ich einige schwarze Punkte, in tr\u00e4ger Bewegung auf den Bl\u00e4ttchen auseinanderlaufen. Das Mikroskop offenbarte mir unbekannte Insekten, wie in Nummer 38 abgebildet. Der Rumpf besteht aus den Teilen, Kopf, R\u00fccken, Bauch, hinter dem zum Schwanz hin gerichtet sieben Ringe folgen. Sie sind mit sechs Beinen versehen, deren zwei unterste am Bauch angebracht sind. Die vier anderen an der Brust; in Abschnitte geteilt, wie in der Abbildung gezeigt. Vom Kopf erstrecken sich zwei F\u00fchler, in sieben Abschnitte gefaltet. Am R\u00fccken sind zwei Fl\u00fcgel angebracht, mit den Fl\u00e4chen derart befestigt, dass sie niemals entfaltet werden k\u00f6nnen. Sie haben deshalb keine Fl\u00fcgelhaut, sondern lediglich lange, stachlige, rabenschwarze Haare, die sie manchmal emporheben, wie ein Stachelschwein seine Stacheln. Aber wieder zu unserer Sache. Die vier Enden der vorderen beiden Beinpaare gleichen, so sie entfaltet sind, membran\u00f6sen durchsichtigen Beuteln. Diese brauchte das Tier, um sich am Glas anzuheften; wann immer es kroch verdoppelten sich diese Beutelchen in ihrer Ausdehnung; und es dr\u00fcckte jene auf die Oberfl\u00e4che des Glases, um auf diese Weise schnellstens anhaftend fortzuschreitend, wodurch in dieser Bewegung die hintersten Beine unn\u00fctz waren, weil Ihnen die kleinen befeuchteten Kissen fehlten, und wenn sie auch ans Glas aufgesetzt wurden, rutschten sie auf der Stelle, wegen der Gl\u00e4tte, weg. Ein \u00e4hnliches Straucheln der Beine habe ich bei L\u00e4usen und Fl\u00f6hen und anderen Arten Insekten, die zwischen zwei gekr\u00fcmmten Gl\u00e4sern eingeschlossen waren, beschrieben, obgleich sie mit langen, gebogenen und festen Krallen ausgestattet sind. Neugierig auf den Versuch, setzte ich ein Exemplar dieses Geschlechts auf eine gl\u00e4serne, perfekt glatte Oberfl\u00e4che; annehmend, dass das Tier sicher herabf\u00e4llt, wenn ich diese anhebe und so drehe, dass der Teil, auf dem das Tier ist, eine waagerechte Fl\u00e4che bildet; aber es verharrte lange Zeit wie eine Fliege, um dann die Scheibe uneingeschr\u00e4nkt und ohne den Sturz zu f\u00fcrchten, zu durchlaufen. Freilich war mir das schon vielfach vorgekommen, wenn ich auf in Kolben eingeschlossene Bettwanzen zur\u00fcckblicke; niemals konnten diese aber bei denselben zur \u00d6ffnung gelangen; denn, wenn sie bis dahin weitergingen, wo sich dieser seitlich ein bisschen gen senkrecht erhebt, rutschten sie sofort zum Grund.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333333;\">&#8230;<\/span><\/p>\n<p>(\u00dcbersetzung: M.R. Ulitzka)[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][vc_separator css=&#8220;.vc_custom_1487858765515{margin-top: 0px !important;border-top-width: 0px !important;border-bottom-width: 5px !important;padding-top: 0px !important;padding-bottom: 0px !important;}&#8220;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Filippo\u00a0Bonannis erste Beobachtung und Darstellung eines Fransenfl\u00fcglers (1691)[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_raw_html]JTNDcCUyMGFsaWduJTNEJTIycmlnaHQlMjIlM0UlMEElM0NhJTIwaHJlZiUzRCUyMmphdmFzY3JpcHQlM0FoaXN0b3J5LmJhY2slMjglMjklMjIlMkZhJTNFJTBBJTIwJTIwJTIwJTIwJTNDaW1nJTIwc3JjJTNEJTIyJTJGZGUlMkZ3cC1jb250ZW50JTJGdXBsb2FkcyUyRnNpdGVzJTJGMiUyRjIwMTclMkYwMiUyRkJhY2tfcHJldmlvdXMuc3ZnJTIyJTBBJTIwJTIwJTIwJTIwJTIwJTIwJTIwb25tb3VzZW92ZXIlM0QlMjJ0aGlzLnNyYyUzRCUyNyUyRmRlJTJGd3AtY29udGVudCUyRnVwbG9hZHMlMkZzaXRlcyUyRjIlMkYyMDE3JTJGMDIlMkZCYWNrX3ByZXZpb3VzX2hvdmVyLnN2ZyUyNyUzQiUyMiUwQSUyMCUyMCUyMCUyMCUyMCUyMCUyMG9ubW91c2VvdXQlM0QlMjJ0aGlzLnNyYyUzRCUyNyUyRmRlJTJGd3AtY29udGVudCUyRnVwbG9hZHMlMkZzaXRlcyUyRjIlMkYyMDE3JTJGMDIlMkZCYWNrX3ByZXZpb3VzLnN2ZyUyNyUzQiUyMiUzRSUwQSUyMCUyMCUyMCUyMCUzQyUyRmltZyUzRSUyMCUwQSUzQyUyRmElM0UlM0MlMkZwJTNFJTBB[\/vc_raw_html][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_media_grid element_width=&#8220;2&#8243; item=&#8220;mediaGrid_ScaleInWithIcon&#8220; grid_id=&#8220;vc_gid:1706895098837-35a67a9624325949661ed307748193d3-1&#8243; include=&#8220;5367,5371,5357,5362,5365,3048&#8243;][vc_row_inner equal_height=&#8220;yes&#8220;][vc_column_inner][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][vc_row_inner equal_height=&#8220;yes&#8220;][vc_column_inner][vc_column_text] Pater Filippo Bonanni oder auch Buonanni (7. 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